Schamanin LUNA La
Das Licht in uns, wir im Licht

Ayahuaska...

Unsere Gesellschaft entwickelt sich immer mehr in die Richtung, dass alles schnell schnell gehen muss, weil man ja keine Zeit habe. Schnell zwischendurch etwas essen, jemanden Besuchen, die Kinder in die Schule bringen, Facebook checken, E-Mails beantworten, Einkaufen gehen,… Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Eines der Modewörter der heutigen Gesellschaft ist meiner Meinung nach „schnell“. Wir hetzen uns von A nach B, damit wir Zeit „sparen“, um was genau in unserer dadurch „gewonnen“ Zeit zu machen? Wie verbringen wir diese vermeintlich „gesparte“ Zeit.

Leider hat dieser Trend, dass alles noch schneller gehen muss, auch in der „spirituellen“ Welt Einzug gehalten. Auch wenn es um die Spiritualität geht, kann es vielen nicht schnell genug gehen, den eigenen Bewusstseinszustand zu „erweitern“. Die Folge ist, dass zu Ayahuaska gegriffen wird. Ein aus der der Ayahuaskaliane und weiteren Pflanzen gekochte Sud, die zahlreiche Nebenwirkungen haben kann, die nicht zu unterschätzen sind. Eine der größten Gefahren ist sich eine Psychose einzuhandeln. Eine Psychose („Seelenkrankheit“) bezeichnet man eine schwere psychische Störung, die mit einem zeitweiligen und weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs einhergeht. Doch um die möglichen Nebenwirkungen soll es hier nun nicht gehen. Man kann sich im Internet ausführlich über die Wirkung von Ayahuasca informieren.

Die Bewusstseinserweiterung ist ein – zumeist – langer Prozess, deren einzelnen Abschnitte wesentlich sind, damit die neuen Gedanken, Eindrücke und Wahrnehmungen verarbeitet – sich in allen Zellen manifestieren –  und in den Alltag integriert werden können. Genauso, wie Kleinkinder nicht von heute auf morgen sprechen und gehen lernen, kann man sein Bewusstsein nicht von heute auf morgen drastisch erweitern.

Die indigenen Völker des Amazonasbeckens und Mestizos („Mischlinge“) setzten Ayahuasca in Ritualen und religiösen Zeremonien ein, um in einen anderen/veränderten Wachbewusstheitszustand zu geraten. Dadurch glaubten sie mit Geistern und Ahnen in Verbindung treten zu können, in die Zukunft zu blicken etc. Und genau damit wird geworben, wenn es um Ayahuasca geht.

Ich bin mir sicher, dass viele die Hoffnung hegen, alle diese Dinge mithilfe von Ayahuasca schneller erleben zu können. Dabei wird nicht bedacht, dass die indigenen Völker mit Mutter Erde, der Natur, der Tierwelt und der geistigen Welt viel verbundener sind, als die Menschen in unseren Breitengraden.

Das Wissen, dass die indigenen Völker von Generation zu Generation weitergeben, ist bei uns überwiegend verschüttet und muss daher Stück für Stück bewusst wiederentdeckt werden. Diesen Prozess zu überspringen und eine „Abkürzung“ zu nehmen, wird nicht die gewünschte lebensverändernde Wirkung bringen. Im Gegenteil, diese Abkürzung birgt, wie oben kurz angerissen, große Gefahren, die nicht unterschätzt werden dürfen.

Meiner Meinung nach traf Konfuzius den Nagel auf den Kopf, als er sagte:

„Wenn du es eilig hast, geh langsam.“